03 April 2007

Wenn Bäcker saufen

Ein praktisches Sortierbprogramm für Bilder brachte uralte Bilder wieder ans Tageslicht. Unteranderem fand ich diesen kleinen Cartoon im Eulenspiegel noch vor der Wende.

Weil ich ihn damals super lustig fand, habe ich mir die kleine Zeichnung einfach ausgeschnitten. Dann lag dieser kleine Ausschnitt von mir und der Welt vergessen, jahrelang in einer Buchseite. Zufällig fiel er mir entgegen, als ich einen Scanner schon mein Eigen nannte. Um diesen kleinen Ausschnitt zu retten, legte ich ihn sozusagen digital in meinem Rechner ab und wußte von da an nie mehr ganz genau, in welchem Verzeichnis das Bild verschwand.

Gestern also tauchte es nach langer Zeit wieder auf und heut gebe ich es hier einmal zum besten.

02 April 2007

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Stuhl

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Außer Kontrolle

Aus dem Physikunterricht hab ich mich noch als Niete in Erinnerung. Jede Sekunde bereit unter die Schulbank zu kriechen, falls der Lehrer mir eine Fragen stellen wollte. Später übte die Technik auf mich eine Faszination aus.

Technische Abläufe bewunderte ich mit Respekt und Neugier.

Dem technische Fortschritt in meinem Haushalt stand manchmal nur mein schmaler Geldbeutel im Wege.

Toll, wie Technilk das Leben doch erleichtern konnte.

Die Computertechnik übte von allen technischen Entwicklungen den größten Zauber auf mich aus. Schon aus Neugier an dem PC (Amiga) beschulte ich mich selbst an dem technischen Wunder, bestehend aus einer leicht brummenden Säule - ich kaufte mir natürlich gleich den größten Brummer -, einer Tastur und einem Bildschirm. Die Selbstbeschulung bekam ich jedoch ohne hysterische Anfälle nicht über die Bühne.

Heut arbeite ich mich souverän durch alle Prgramme, die auf meinem Rechner Platz haben.

Doch am Samstag zeigt mir eine Bekannte noch einmal einen Einblick in meine schon lange zurückliegenden Anfälle.

"Ich kann das mit dem Word nicht" erzählte sie in die Mittagsrunde. "Die halbe Nacht hab ich über meinen Laptop gesessen und an meinem Text geschrieben. Dann wollte ich ihn noch schön machen - mit schicker Schrift und Tabelle und so"

"Kein Problem" antworte ich auf ihren versteckten Hilferuf. "Ich kenne Word in und auswendig" gebe ich mit meinen Kenntnissen bißchen an. Dankbar sieht sie mich an und schlägt vor, dass wir in der Mittagspause ihren mühsam erstellen Text verschönern.Die Mittagspause hat 1 1/2 Stunden, genügend Zeit, alles in Ruhe durchzugegen.

Ach, wie hilfreich und gut ich doch bin. Ein dankender Blick geht runter wie Öl und spornt mich an, noch gründlicher als vergesehen zu sein. Neben ihrem Laptop liegt ein Zettel. Darauf stehen die Fragen, die sich meiner Bekannten in der Nacht stellten und aus eigener Kenntnis noch unbeantwortet blieben."Eine Datei einen anderen Namen geben" steht an erster Stelle. Ich beschließe - wir halten uns an die Reihenfolge ihrer Fragen und nehmen als erstes die Umbenennung ihrer Datei vor, die sie bis in die tiefe Nacht geschrieb.

Über WORD gelangen wir ins Verzeichnis, in der ihre Datei zu finden ist. "Jetzt mußt du das Sybmol anklicken und mit der rechten Maustaste ein Untermenü aufrufen" erkläre ich fachmännisch. Sie folgt artig allen Schritten, die ich ihr vorgebe. Bevor wir den veränderten Dateinamen abspeichern erscheint ein Hinweis von Window - den ich seitlich vom Bildschirm nicht lesen kann.

"Aber was soll das schon sein" denke ich, denn auf die vielen verunsichernden Fragen hab ich mich schon lange gewöhnt. "Solange ich am System nichts verändere, kann nichts passieren.

Jetzt sind wir nur noch zwei Klicks von ihrer neu benannten Datei entfernt. Klicks eins "Datei - öffen" und ins Verzeichnis abtauchen - Klick Zwei - namentliche Datei öffen".

Aber wo ist sie?Dort, wo sie war, ist sie nicht mehr.
Doch wo sie ist, weiß ich nicht auch nicht mehr.

Noch bevor ich richtig nachdenken kann, heult meine Bekannt schon laut auf. "Ich wollte dir nur zeigen, wie schön ich geschrieben hab. Und nun ist die Datei weg. Die ganze Nacht hab ich daran geschreiben. Alles war umsonst" heult sie mir weiter die Ohren voll.

Ich hab Mühe mich von ihre Aufregung nicht anstecken zu lassen und halte mich krampfhaft am Level "Besonnenheit" fest.

"Dann schreiben wir eben alles noch mal" denn der Text liegt als Kladde vor mir, ist gar nicht so viel und so ist ja nichts wirklich verloren.

Nach meiner labidaren Antwort muß mein Gehirn spontan zweispurig fahren. Die eine Spur beschäftigt sich mit der Frage "Wo ist denn um Gottes Willen die Datei geblieben?"

Aber mit einer viel wichtigeren Frage sehe ich mich fast aussichtslos konfrontiert:"Wie, um Gottes Willen, bekomme ich diese Frau beruhigt?"

08 Januar 2007

Absturz oder Ausstieg?

Es gibt Tage, die verlaufen genaus so düster, wie das Wetter in den Dezembertagen. Erst will die Sonne nicht aufgehen, dann bleibt die Wolkendenke geschlossen und obendrein regnet es im Dauerlauf.

Ohne sonniges Gemüt ist ein Stimungstief kaum noch auszuhalten.

Und genau an solchen Tagen kommen dann auch die Informationen ins Haus, die die Wolken noch stärker absenken lassen und den Dauerregen zum Platzregen werden lassen.

An solchen Tagen brauche ich ein breites Kreuz und das Wissen um ´die Sicherheit, dass es sich alles wieder einpegeln läßt, vorausgesetzt, ich lasse den Kopf nicht hängen oder verliere gar die Nerven.

Die Geldknappheit noch Weihnachten und Jahreswechsel ist schon seit Jahren eine chronische Erscheinung auf meinem Konto. Das kenne ich, damit kenne ich mich aus. Im Gegenzug zu den extrem starken finanziellen Bewegungen in Dezember darf ich mich im Januar so gut wie gar nicht bewegen. Nur ein paar kleine Schritte durch den Spuermarkt und alle anderen Seitensprünge, wie z.B. in ein Kaffee oder ähnliches muß ich selbstdizipliniert meiden. Daran hab ich mich gewöhnt, das halte ich durch.

Doch am Freitag kam ein Anruf, der mich eine tiefe Regenwolke auf meinen Kopf ansenken lies, die mir fast die Luft nahm. Ein freundliche Stimme vom Vermieter "Sie haben ihre Miete nicht bezahlt" Oh mein Gott, die Nachricht zog sich wie ein Gewitter über meinen Kopf zusammen und schon schlugen die ersten Blitze in Bauch und Bein. Kribbeln in der Magengegend und weiche Knie waren die Folge.

"Bis Dienstag haben sie Zeit, ihre Miete zu bezahlen" Die Stimme klingt, als würde sie mir eine Todesnachricht überbringen. "Wenn sie nicht gleich handeln, müssen sie sterben" so die unterschwellige Botschaft der Stimme.

"Nein, ich will noch nicht sterben" setzt mein Geist dieser Todesnachricht entgegen. "Ich werde nicht unter der Brücke schlafen und meine Habseeligkeiten in einem Ald-Einkaufsbeutel mit mir herumtragen.

Ich erinnere mich an eine Geschichte unseres YogaLehrers, der uns Schüler mehr als einmal von einem Mann berichtete, der von heut auf morgen sich aus allen Lebensfluss ausklinkte und 2 Jahre seine Lebens auf einer Parkbank verbrachte. Alles Bettel und Flehen der Angehörigen verhallte ungehört in seinen Ohren. Standhaft hielt er sich dem Lebensfluss fern, zog seine Sinne aus dem Äußeren Leben und sah nur nach innen.

Endlich und zur Erleichterung der Angehörigen stand er - völlig verwahrlost - von seiner Bank auf, die ihn 24 Monate festhielt und nahm wieder am Leben teil. Doch nicht mehr in gewohnter Weise - der eines gehetzen Menschen, der mit der Überzeugung der eigenen Wichtigkeit von Termin zu Termin rast um am Ende seines Leben vor der eigenen inneren Leere zu stehen. Nein aus ihm war ein weiser Mann geworden, der viele Ratsuchende eine gesunde Lebenshilfe geben kann.

Obwohl mich die Geschichte von dem weisen Mann stark beeindruckte, den Nerv für ein Leben auf der Parkbank kann ich nicht aufbringen. So bleiben die weichen Knie und das Kribbeln in der Magengegend. Noch online prüfe ich mein Konto und sehe zwei Abbuchungen, die ich in meiner "Überlebensformel" für die Zeit nach Weihnachten nicht berücksichtigt hatte. Große Daueraufträge auf mein Sparkonto - oh shit.

Doch ich bin erleichtert und auch mein Vermieter wird erleichtert sein. Sein Wohnungsbestand wird zur Zeit über das Konto der WohnungsLeerstände bewirtschaftet und sie müssen nicht befürchten, noch einen Mieter zu verlieren.